Kaffeekirsche: Von der Frucht bis in deine Kaffeetasse

Eine braune Kaffeebohne wächst nicht einfach fertig geröstet an einem Baum. Am Anfang steht eine kleine Frucht, die je nach Varietät rot, gelb oder orange reifen kann: die Kaffeekirsche.

In ihrem Inneren liegen meistens zwei Samen. Erst nach Ernte, Kaffee Aufbereitung, Fermentation, Trocknung, Transport und Röstung werden daraus die Kaffeebohnen, die wir mahlen und mit Wasser aufbrühen.

Bis eine Tasse Spezialitätenkaffee vor dir steht, haben viele Menschen an ihr gearbeitet. Jede Entscheidung entlang dieses Weges beeinflusst den späteren Kaffee Geschmack. Reife Kaffeekirschen bilden die Grundlage. Natural, Washed oder Honey Process prägen Süße, Säure und Körper. In der Rösterei entscheidet sich schließlich, wie klar die Herkunft und die natürlichen Aromen in der Tasse erkennbar bleiben.

Wir begleiten die Kaffeekirsche in diesem Artikel Schritt für Schritt von der Kaffeepflanze bis zu Franky in die Rösterei und anschließend bis in deine Tasse.

Der Weg der Kaffeekirsche von der Kaffeepflanze über Ernte, Aufbereitung, Trocknung und Röstung bis in die Tasse
Von der reifen Kaffeekirsche über den Rohkaffee und die Röstung bis zur fertigen Tasse.

Eine gute Röstung kann das Potenzial eines Rohkaffees entwickeln. Sie kann aber weder unreife Kaffeekirschen noch eine unsaubere Aufbereitung rückgängig machen. Guter Kaffee entsteht deshalb nicht in einem einzigen Moment, sondern über die gesamte Reise hinweg.

Was ist eine Kaffeekirsche?

Die Kaffeekirsche ist die Frucht der Kaffeepflanze. Sie entwickelt sich nach der Blüte und wächst an den Zweigen eines Kaffeestrauchs oder Kaffeebaums.

Während der Reifung verändert die Kaffee Frucht ihre Farbe. Zunächst ist sie meist grün. Viele Varietäten werden später rot oder dunkelrot. Es gibt aber auch Kaffeepflanzen, deren reife Kirschen gelb oder orange aussehen.

Die Bezeichnung Kaffeekirsche kommt von ihrer runden Form und ihrer häufig roten Farbe. Botanisch handelt es sich jedoch nicht um eine echte Kirsche.

Im Inneren der Frucht befinden sich normalerweise zwei Samen. Diese beiden Samen liegen mit ihren flachen Seiten zueinander. Nach der Aufbereitung und Röstung kennen wir sie als Kaffeebohnen.

Die Kaffeebohne ist also streng genommen keine Bohne, sondern der Samen beziehungsweise Kern der Kaffeekirsche.

Manchmal entwickelt sich in einer Frucht nur ein einzelner runder Samen. Dieser wird Perlbohne oder Peaberry genannt. Perlbohnen werden häufig separat sortiert, weil sie eine andere Form besitzen und sich beim Rösten etwas anders verhalten können.

Wie ist eine Kaffeekirsche aufgebaut?

Von außen sieht die Kaffeekirsche unscheinbar aus. Ihr Aufbau besteht jedoch aus mehreren Schichten, die bei der späteren Kaffee Verarbeitung eine wichtige Rolle spielen.

Schale, Fruchtfleisch und Mucilage

Ganz außen liegt die dünne Fruchthaut. Sie schützt die Kaffeekirsche während des Wachstums vor äußeren Einflüssen.

Darunter befindet sich das Fruchtfleisch, das auch Pulpe genannt wird. Bei einer reifen Kaffeekirsche kann es leicht süßlich und fruchtig schmecken.

Unter dem Fruchtfleisch liegt die klebrige Mucilage. Diese zuckerhaltige Schleimschicht ist besonders für die Kaffee Aufbereitung interessant. Je nachdem, ob sie früh entfernt wird oder während der Trocknung teilweise an den Samen bleibt, kann sie Süße, Körper und Fruchtigkeit des späteren Kaffees beeinflussen.

Pergamenthaut, Silberhäutchen und Kaffeebohne

Die beiden Samen werden von einer festen Pergamenthaut umschlossen. Kaffee, der sich noch in dieser papierartigen Hülle befindet, wird teilweise als Pergamentkaffee bezeichnet.

Direkt auf jedem Samen liegt außerdem ein feines Silberhäutchen. Teile davon lösen sich beim Kaffee rösten als leichte Spreu.

Im Zentrum befindet sich schließlich das, was wir Kaffeebohne nennen. Vor der Röstung ist der Samen meist grünlich oder bläulich grün und besitzt noch nicht den typischen Duft von Röstkaffee.

Wo wächst die Kaffeekirsche?

Kaffee wird überwiegend in tropischen und subtropischen Regionen rund um den Äquator angebaut. Dieses Gebiet wird als Kaffeegürtel bezeichnet.

Wichtige Anbauregionen befinden sich in Mittelamerika, Südamerika, Afrika und Asien. Länder wie Brasilien, Kolumbien, Äthiopien, Guatemala, Kenia oder Indonesien sind für sehr unterschiedliche Kaffees bekannt.

Kaffeekirschen an einer Kaffeepflanze in einem tropischen Kaffeeanbaugebiet
Kaffeekirschen wachsen in tropischen und subtropischen Anbauregionen rund um den Äquator.

Die Herkunft allein bestimmt den Kaffee Geschmack allerdings nicht. Auch die Höhenlage, die Varietät, der Boden, die Temperaturen, die Niederschläge und die Art der Kaffee Aufbereitung spielen eine wichtige Rolle.

In höheren Lagen wachsen viele Kaffeepflanzen langsamer. Die Kaffeekirschen haben dadurch mehr Zeit, sich zu entwickeln. Das kann dichtere Bohnen und komplexe Geschmacksprofile begünstigen.

Ein Kaffee aus Äthiopien kann beispielsweise floral, beerig oder zitrisch schmecken. Ein Kaffee aus Brasilien erinnert häufig eher an Nüsse, Kakao oder Schokolade. Dabei handelt es sich jedoch nur um grobe Orientierungspunkte. Jede Farm, Ernte, Varietät und Aufbereitung kann ein anderes Ergebnis hervorbringen.

Wie wächst eine Kaffeekirsche?

Eine Kaffeepflanze benötigt Zeit, bevor sie zum ersten Mal Früchte trägt. Nach einigen Jahren bildet sie weiße Blüten, die oft einen intensiven und leicht an Jasmin erinnernden Duft besitzen.

Aus den bestäubten Blüten entwickeln sich kleine grüne Früchte. Diese wachsen über mehrere Monate und verändern während der Reifung ihre Größe, Farbe und Zusammensetzung.

Auf einer einzigen Kaffeepflanze können sich zur gleichen Zeit Blüten, unreife grüne Kirschen und bereits reife Früchte befinden. Genau das macht die Kaffeeernte anspruchsvoll.

Nur reife und gesunde Kaffeekirschen bieten eine gute Grundlage für ausgewogenen und süßen Kaffee. Unreife Früchte können grasige, herbe oder unangenehm saure Geschmackseindrücke verursachen. Überreife oder beschädigte Früchte können ebenfalls unerwünschte Aromen in die Tasse bringen.

Wie wird die Kaffeekirsche geerntet?

Die Kaffeeernte kann je nach Region, Gelände, Farm und Qualitätsanspruch unterschiedlich durchgeführt werden. Zu den bekanntesten Verfahren gehören Picking, Stripping und die maschinelle Ernte.

Picking bei hochwertigen Kaffeekirschen

Beim Picking werden reife Kaffeekirschen gezielt von Hand gepflückt. Da nicht alle Früchte gleichzeitig reifen, gehen die Erntehelfer häufig mehrfach durch dieselben Reihen.

Diese selektive Handernte ist aufwendig. Sie ermöglicht jedoch eine bessere Kontrolle des Reifegrads. Grüne Kirschen können noch am Strauch bleiben, während beschädigte oder überreife Früchte aussortiert werden.

Bei hochwertigem Spezialitätenkaffee ist die sorgfältige Auswahl reifer Kaffeekirschen besonders wichtig. Die Qualität des Rohkaffees kann schließlich nur so gut sein wie die geernteten Früchte.

Stripping und maschinelle Kaffeeernte

Beim Stripping werden die Früchte eines Zweiges gemeinsam abgestreift. Dabei gelangen reife, unreife und überreife Kaffeekirschen zusammen in die Ernte.

Auf großen und gut zugänglichen Plantagen können auch Erntemaschinen eingesetzt werden. Sie lösen die Früchte durch mechanische Bewegung von den Pflanzen.

Diese Methoden sind schneller, machen aber eine gründliche Sortierung besonders wichtig. Die Erntemethode allein entscheidet nicht über die Qualität. Entscheidend ist, wie reif und einheitlich die Früchte sind und wie sorgfältig sie danach verarbeitet werden.

Was passiert nach der Kaffeeernte?

Frische Kaffeekirschen können nicht einfach über Wochen gelagert und anschließend nach Deutschland geschickt werden. Nach der Ernte beginnt deshalb möglichst schnell die Kaffee Aufbereitung.

Dabei werden die Früchte zunächst kontrolliert und sortiert. Unreife, beschädigte oder leichte Kirschen können aussortiert werden. Bei einer Wassersortierung schwimmen bestimmte leichtere Früchte an der Oberfläche, während dichtere Kaffeekirschen absinken.

Anschließend beginnt der Prozess, durch den aus der frischen Kaffee Frucht ein trockener und lagerfähiger Rohkaffee wird.

Typische Schritte der Kaffee Verarbeitung sind:

  • Sortierung und Reinigung der Kaffeekirschen
  • Entfernung bestimmter Fruchtschichten
  • Fermentation oder kontrollierte Trocknung
  • regelmäßiges Wenden der Bohnen
  • Entfernung der Pergamenthaut
  • Sortierung nach Größe, Dichte und Qualität

Die Kaffee Aufbereitung ist nicht nur eine technische Notwendigkeit. Sie beeinflusst später Säure, Süße, Körper, Klarheit und Aroma des Kaffees.

Natural, Washed oder Honey: Wie wird die Kaffeekirsche aufbereitet?

Es gibt verschiedene Aufbereitungsmethoden. Zu den bekanntesten gehören Natural, Washed und Honey Process.

Keine dieser Methoden ist grundsätzlich besser als die anderen. Jede kann ausgezeichnete Kaffees hervorbringen, wenn reife Kaffeekirschen sauber und kontrolliert verarbeitet werden.

Natural Kaffee und trockene Aufbereitung

Bei der trockenen Aufbereitung werden die ganzen Kaffeekirschen mitsamt Schale und Fruchtfleisch getrocknet.

Nach der Sortierung werden die Früchte auf Trockenflächen oder erhöhten Trockentischen ausgebreitet. Dort müssen sie regelmäßig gewendet werden. So trocknen sie möglichst gleichmäßig und unerwünschte Gärung oder Schimmel werden vermieden.

Während dieser Zeit bleiben die Samen mit dem Fruchtfleisch und der zuckerhaltigen Schleimschicht verbunden. Erst nach der Trocknung werden die harten Fruchtschichten entfernt.

Natural Kaffee wird häufig mit folgenden Eigenschaften verbunden:

  • deutliche Fruchtsüße
  • beerige oder reife Fruchtaromen
  • voller Körper
  • intensives Aromaprofil
  • teilweise leicht fermentative Noten

Ein Natural muss aber nicht automatisch extrem fruchtig schmecken. Varietät, Herkunft, Fermentation, Trocknung und Kaffeeröstung beeinflussen das Ergebnis ebenfalls.

Washed Coffee und nasse Aufbereitung

Bei einem Washed Coffee werden Schale und ein großer Teil des Fruchtfleisches vor der Trocknung entfernt. Dafür kommt häufig eine Maschine zum Einsatz, die als Pulper bezeichnet wird.

Anschließend bleibt die klebrige Schleimschicht zunächst auf der Bohne. Durch eine kontrollierte Fermentation wird sie gelöst und später mit Wasser entfernt. Danach trocknen die Samen in ihrer Pergamenthaut.

Gewaschener Kaffee wird häufig mit folgenden Eigenschaften beschrieben:

  • klares Tassenprofil
  • deutlich erkennbare Säure
  • saubere und differenzierte Aromen
  • leichter bis mittlerer Körper
  • gut erkennbare Herkunftseigenschaften

Auch hier handelt es sich nicht um feste Regeln. Ein gewaschener Kaffee kann ebenfalls süß, rund und vollmundig sein.

Honey Process und halbtrockene Aufbereitung

Beim Honey Process wird die Schale der Kaffeekirsche entfernt. Ein Teil der klebrigen Schleimschicht bleibt während der Trocknung jedoch an der Bohne.

Der Name bedeutet nicht, dass bei der Kaffee Herstellung Honig verwendet wird. Er bezieht sich auf die klebrige und zuckerhaltige Mucilage.

Je nachdem, wie viel Schleimschicht erhalten bleibt und wie die Bohnen getrocknet werden, kann das Ergebnis unterschiedlich ausfallen.

Honey Kaffees verbinden häufig:

  • ausgeprägte natürliche Süße
  • runden Körper
  • fruchtige Aromen
  • mehr Klarheit als viele Naturals
  • mehr Fülle als viele gewaschene Kaffees

Natural, Washed und Honey Process lassen sich daher nicht einfach als gut, besser und am besten einordnen. Sie schaffen unterschiedliche Voraussetzungen für den späteren Kaffee Geschmack.

Natural, Washed und Honey im direkten Vergleich

Aufbereitung Was passiert? Häufiger Charakter
Natural Die ganze Kaffeekirsche wird getrocknet. Fruchtig, süß und körperreich
Washed Fruchtfleisch und Mucilage werden vor der Trocknung entfernt. Klar, sauber und differenziert
Honey Ein Teil der Mucilage bleibt während der Trocknung an der Bohne. Süß, rund und ausgewogen

Diese Geschmacksprofile sind keine festen Regeln. Herkunft, Varietät, Fermentation, Trocknung und Röstprofil wirken ebenfalls auf das Ergebnis ein.

Warum wird Kaffee fermentiert?

Fermentation gehört bei vielen Formen der Kaffee Aufbereitung zum Prozess. Mikroorganismen und Enzyme verändern dabei Bestandteile des Fruchtfleisches und der Schleimschicht.

Bei gewaschenem Kaffee hilft die Fermentation unter anderem dabei, die Mucilage von den Bohnen zu lösen. Bei modernen Verfahren kann sie zusätzlich gezielt eingesetzt werden, um bestimmte Aromen und Geschmacksprofile zu entwickeln.

Die Fermentation muss kontrolliert ablaufen. Temperatur, Zeit, Sauerstoff, Reifegrad und Sauberkeit beeinflussen das Ergebnis.

Eine gelungene Fermentation kann Fruchtigkeit, Süße und Komplexität unterstützen. Eine unkontrollierte Fermentation kann dagegen unangenehme, alkoholische, essigartige oder überreife Noten erzeugen.

Der Begriff fermentierter Kaffee bedeutet deshalb nicht automatisch, dass der Kaffee besonders gut oder besonders ungewöhnlich schmeckt. Entscheidend ist immer die Qualität der Durchführung.

Wie werden Kaffeebohnen getrocknet?

Unabhängig von der Aufbereitung müssen die Bohnen nach der Ernte auf einen stabilen Feuchtigkeitsgehalt gebracht werden. Erst dann können sie sicher gelagert und als Rohkaffee transportiert werden.

Die Trocknung findet je nach Betrieb auf großen Flächen, Terrassen, erhöhten Trockentischen oder in mechanischen Trocknern statt.

Während der Trocknung werden die Bohnen regelmäßig bewegt. Das verhindert, dass einzelne Bereiche feucht bleiben oder sich unerwünschte Mikroorganismen entwickeln.

Eine zu schnelle Trocknung kann die Struktur der Bohne belasten. Eine zu langsame oder ungleichmäßige Trocknung erhöht das Risiko für geschmackliche Fehler.

Nach der Trocknung wird die Pergamenthaut entfernt. Anschließend folgen weitere Sortierungen nach Größe, Gewicht, Dichte, Farbe und sichtbaren Defekten.

Was ist Rohkaffee?

Rohkaffee besteht aus den getrockneten und aufbereiteten Samen der Kaffeekirsche. Die Bohnen sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht geröstet.

Sie sehen grünlich oder bläulich grün aus und sind deutlich härter als geröstete Kaffeebohnen. Auch ihr Geruch erinnert noch nicht an den fertigen Kaffee.

Der Rohkaffee wird nach der Aufbereitung gelagert, verpackt und exportiert. Die Kaffeekirsche selbst reist also normalerweise nicht bis zur deutschen Rösterei. Sie wird bereits im Ursprungsland verarbeitet.

Der Weg des Rohkaffees kann verschiedene Stationen umfassen:

  • Kaffeefarm oder Kooperative
  • Aufbereitungsstation
  • Trockenmühle
  • Exporteur
  • Importeur
  • Kaffeerösterei

Für hochwertigen Spezialitätenkaffee sind Informationen zur Herkunft besonders wertvoll. Dazu gehören die Region, Farm oder Kooperative, Höhenlage, Varietät, Erntesaison und Aufbereitung.

Diese Angaben helfen nicht nur bei der Rückverfolgbarkeit. Sie geben einem Röster auch Hinweise darauf, welchen Charakter der Rohkaffee besitzt und wie er geröstet werden könnte.

Was passiert mit dem Rohkaffee beim Heideröster?

Wenn der Rohkaffee beim Heideröster ankommt, ist bereits sehr viel passiert. Die Kaffeekirschen wurden angebaut, geerntet, aufbereitet, getrocknet, sortiert und über weite Strecken transportiert. Frankys Aufgabe besteht nun darin, dieses Potenzial nicht zu überdecken, sondern sichtbar und vor allem schmeckbar zu machen.

Dafür benötigt nicht jeder Rohkaffee dasselbe Röstprofil. Ein dichter, gewaschener Hochlandkaffee reagiert anders auf Hitze als ein körperreicher Natural. Herkunft, Feuchtigkeit, Dichte, Varietät und Kaffee Aufbereitung fließen deshalb in die Entwicklung der Röstung ein.

Während der Kaffeeröstung verlieren die grünen Bohnen Feuchtigkeit, werden größer und verändern ihre Farbe. Zucker, Aminosäuren und Aromavorstufen reagieren miteinander. Beim sogenannten First Crack dehnen sich die Bohnen hörbar aus. Danach entscheidet die weitere Entwicklung darüber, wie deutlich Frucht, Süße, Säure, Körper und Röstaromen später hervortreten.

Eine helle Röstung kann feine Herkunftsnoten und Fruchtigkeit betonen. Eine mittlere Röstung verbindet häufig natürliche Süße mit nussigen oder schokoladigen Aromen. Dunklere Röstungen entwickeln mehr Körper und kräftige Röstaromen.

Franky röstet also nicht nach dem Prinzip, dass jeder Kaffee möglichst gleich schmecken soll. Entscheidend ist, was zur jeweiligen Bohne passt. Mehr über ihn, die Rösterei und die alte Wassermühle erfährst du unter Über Franky.

Von der gerösteten Kaffeebohne bis in deine Tasse

Nach der Röstung werden die Bohnen schnell abgekühlt. Sie geben anschließend Kohlendioxid ab und entwickeln sich während einer gewissen Ruhezeit weiter.

Danach werden sie verpackt und machen sich auf den Weg zu dir. Doch selbst jetzt ist die Reise noch nicht vollständig beendet.

Erst beim Mahlen und Aufbrühen wird aus den gerösteten Bohnen das Getränk Kaffee. Mahlgrad, Kaffeemenge, Wasserqualität, Wassertemperatur und Brühzeit bestimmen, welche Aromen in deiner Tasse landen.

Wie unterschiedlich diese Reise schmecken kann

Dass Herkunft, Kaffee Aufbereitung und Röstung nicht nur theoretische Begriffe sind, merkst du am besten beim direkten Vergleich verschiedener Kaffees.

Die Schwarze Schnucke ist eine zugängliche, mittelkräftige Röstung mit nussigen, schokoladigen und würzigen Noten. Sie zeigt, wie rund und vielseitig ein ausgewogen gerösteter Kaffee schmecken kann.

Der Colombia Geisha schlägt eine andere Richtung ein. Hier stehen feinere florale und fruchtige Aromen im Vordergrund. Der Vergleich macht deutlich, wie stark Varietät, Herkunft, Verarbeitung und Röstprofil das Ergebnis in deiner Tasse verändern.

Es gibt dabei keinen Kaffee, der grundsätzlich besser zu jedem Menschen passt. Entscheidend ist, ob du eher Frucht und Klarheit, ausgewogene Süße oder kräftige Schokoladen und Röstaromen suchst.

Warum die Kaffeekirsche den Geschmack beeinflusst

Der Geschmack entsteht nicht erst in der Rösterei. Schon lange vor dem Kaffee rösten werden entscheidende Grundlagen gelegt.

Zu den wichtigsten Faktoren gehören:

  • Varietät der Kaffeepflanze
  • Anbaugebiet und Höhenlage
  • Klima und Boden
  • Reifegrad der Kaffeekirsche
  • Erntemethode
  • Natural, Washed oder Honey Aufbereitung
  • Fermentation und Trocknung
  • Lagerung des Rohkaffees
  • Röstprofil
  • Zubereitung

Eine gute Röstung kann die vorhandenen Eigenschaften eines Rohkaffees entwickeln. Sie kann jedoch keine reifen Kaffeekirschen oder eine saubere Aufbereitung ersetzen.

Umgekehrt kann selbst ein hochwertiger Rohkaffee durch eine unpassende Röstung oder Zubereitung an Klarheit, Süße und Balance verlieren.

Genau deshalb besteht Spezialitätenkaffee nicht aus einem einzelnen perfekten Arbeitsschritt. Er entsteht durch viele sorgfältige Entscheidungen entlang der gesamten Reise.

Beim nächsten Schluck schmeckt die Reise mit

Eine Tasse Kaffee wirkt im Alltag oft selbstverständlich. Wasser erhitzen, Bohnen mahlen, aufbrühen und genießen. Doch hinter diesem kurzen Moment liegt eine Reise, die Monate dauert und mehrere Kontinente, viele Arbeitsschritte und zahlreiche Menschen miteinander verbindet.

Sie beginnt mit einer Blüte. Daraus wächst eine Kaffeekirsche, die möglichst reif geerntet werden muss. Ihre Aufbereitung bestimmt mit, ob ein Kaffee später klar, fruchtig, süß oder körperreich schmeckt. Aus der getrockneten Frucht entsteht Rohkaffee, der transportiert, ausgewählt und schließlich passend zu seinem Charakter geröstet wird.

Vielleicht ist genau das das Spannende an Spezialitätenkaffee: In jeder Tasse steckt nicht nur Geschmack. In ihr stecken Herkunft, Handwerk, Zeit und die Entscheidungen vieler Menschen.

Franky übernimmt den letzten großen handwerklichen Schritt und entwickelt aus dem Rohkaffee eine Röstung, die dessen Besonderheiten zur Geltung bringt. Den allerletzten Schritt übernimmst du selbst, wenn du die Bohnen mahlst, Wasser aufgießt und die Reise in deiner Tasse ankommen lässt.

Du bist dir noch nicht sicher, welche Herkunft, Aufbereitung oder Röstung zu deinem Geschmack passt? Dann schreib Franky über die Kontaktseite. Gemeinsam lässt sich meistens ziemlich schnell herausfinden, ob dein Kaffee eher fruchtig und leicht, ausgewogen und süß oder kräftig und schokoladig sein darf.

Häufige Fragen zur Kaffeekirsche

Was ist eine Kaffeekirsche?

Die Kaffeekirsche ist die Frucht der Kaffeepflanze. In ihrem Inneren befinden sich normalerweise zwei Samen, die nach der Aufbereitung und Röstung als Kaffeebohnen bezeichnet werden.

Ist die Kaffeebohne wirklich eine Bohne?

Botanisch ist die Kaffeebohne keine klassische Bohne. Sie ist der Samen beziehungsweise Kern einer Kaffeekirsche.

Wie viele Kaffeebohnen sind in einer Kaffeekirsche?

In den meisten Kaffeekirschen befinden sich zwei Samen. In manchen Früchten wächst nur ein einzelner runder Samen. Dieser wird Perlbohne oder Peaberry genannt.

Kann man Kaffeekirschen essen?

Das Fruchtfleisch einer reifen Kaffeekirsche ist grundsätzlich essbar. Es kann leicht süßlich und fruchtig schmecken, ist allerdings relativ dünn und umgibt hauptsächlich die beiden Samen.

Was ist Cascara?

Cascara wird aus getrockneten Schalen und Fruchtteilen der Kaffeekirsche hergestellt. Diese werden ähnlich wie Tee mit heißem Wasser aufgegossen.

Wie werden Kaffeekirschen geerntet?

Kaffeekirschen können selektiv von Hand gepflückt, von einem Zweig abgestreift oder maschinell geerntet werden. Bei hochwertigem Spezialitätenkaffee wird häufig auf die gezielte Ernte reifer Früchte geachtet.

Was passiert nach der Kaffeeernte?

Nach der Ernte werden die Kaffeekirschen sortiert und aufbereitet. Je nach Verfahren trocknen sie als ganze Früchte oder werden zunächst von Schale und Fruchtfleisch befreit.

Was bedeutet Natural bei Kaffee?

Bei einem Natural werden die vollständigen Kaffeekirschen getrocknet. Erst danach werden die trockenen Fruchtschichten von den Samen entfernt.

Was bedeutet Washed Coffee?

Bei einem Washed Coffee werden Schale und Fruchtfleisch vor der Trocknung weitgehend entfernt. Fermentation und Waschen helfen dabei, die verbleibende Schleimschicht zu lösen.

Was bedeutet Honey Process?

Beim Honey Process wird die Schale entfernt, während ein Teil der klebrigen Mucilage während der Trocknung auf der Bohne bleibt. Honig wird dabei nicht zugesetzt.

Welche Kaffee Aufbereitung ist die beste?

Es gibt keine grundsätzlich beste Aufbereitung. Natural, Washed und Honey Process können jeweils hervorragende Kaffees hervorbringen. Entscheidend sind reife Früchte, kontrollierte Fermentation, gleichmäßige Trocknung und eine sorgfältige Verarbeitung.

Was ist Rohkaffee?

Rohkaffee besteht aus getrockneten und aufbereiteten Kaffeebohnen, die noch nicht geröstet wurden. Die Bohnen sind meist grünlich und besitzen noch nicht das typische Aroma von Röstkaffee. Erst durch die Kaffeeröstung, das Mahlen und Aufbrühen entsteht der Kaffee, den wir trinken.

Sind Aromen wie Schokolade oder Beeren zugesetzt?

Bei einem nicht aromatisierten Spezialitätenkaffee werden diese Aromen normalerweise nicht hinzugefügt. Die Begriffe beschreiben natürliche Geschmackseindrücke, die durch Herkunft, Varietät, Aufbereitung, Röstung und Zubereitung entstehen.

Warum ist Spezialitätenkaffee häufig teurer?

Selektive Ernte, sorgfältige Aufbereitung, mehrfache Sortierung, kleinere Mengen und eine bessere Rückverfolgbarkeit verursachen zusätzliche Arbeit. Hochwertiger Rohkaffee wird außerdem gezielt ausgewählt und passend zu seinem individuellen Charakter geröstet.